&ai beim GEMA-Panel „KI und Kreativität“

6.5.2026, Berlin, Atelier Gardens

Laura war für &ai beim Panel „KI und Kreativität – wem gehört die Musik von Morgen“ im Rahmen der GEMA-Mitgliederversammlung am 6.5. in Berlin. Ein gute Gelegenheit zum Netzwerken: unser Anliegen, KI verantwortungsvoll einzusetzen und die kreativen Leistungen des Menschen im Mittelpunkt zu sehen, fällt hier naturgemäß auf fruchtbaren Boden.

Moderation: Ela Steinmetz, Frontfrau des Trios Elaiza

Auf dem Panel:

  • Awet Tesfaiesus: Bündnis 90/Die Grünen
  • David Schliesing: Die Linke
  • Christopher Wieduwilt: Gründer von The AI Musicpreneur, Berater für Künstler:innen
  • Anja Kathmann: GEMA/Politische Kommunikation

Die Debatte beleuchtete das Spannungsfeld zwischen technologischem Fortschritt und dem Schutz geistigen Eigentums aus verschiedenen Perspektiven.

Christopher Wieduwilt stellte klar, dass inzwischen einige Anbieter (z.B. ElevenLabs) bereits auf lizensierten Daten trainieren und dass KI jenseits von Songgenerierung weitere Potenziale hat, z.B. Stimmrestauration, Voice-Licensing oder Stemsplitting. Jedoch fehlen außerhalb der EU oft noch Transparenzpflichten.

Anja Kathmann betonte die Vorreiterrolle der GEMA, die als erste Verwertungsgesellschaft Klagen in diesem Kontext eingereicht habe. Sie stellte deutlich heraus, dass die GEMA KI nicht als Tool ablehne, sich jedoch strikt gegen die unlizenzierte Nutzung kreativer Leistungen stelle. Der Schutz der Urheberrechte bleibe dabei die zentrale Aufgabe.

Aus politischer Sicht warnte Awet Tesfaiesus vor den gesellschaftlichen Folgen eines unregulierten Marktes. Sie konstatierte einen dringenden Handlungsbedarf, da die Gesellschaft andernfalls einen Verlust an Diskursräumen erlebe. Musik und Kunst seien wichtige Träger der Demokratie, deren Vielfalt es zu bewahren gelte.

David Schliesing fokussierte seine Beiträge auf die arbeitsrechtlichen Implikationen. Er äußerte Sorge um die Arbeitswelt kreativer Berufe – von Komponist:innen bis zu Texter:innen –, die ihre Arbeitsfelder an KI-Systeme zu verlieren drohten. Er forderte eine gesetzliche Regulierung und beschrieb den aktuellen Zustand als „Wilden Westen“.

Ela Steinmetz brachte als Moderatorin und praktizierende Musikerin eine wichtige Beobachtung aus der Community ein: Kreative schlössen sich bereits zusammen und nähmen beispielsweise bewusst ihre Backing Vocals selbst auf, um die menschliche Komponente zu stärken. Sie sprach den Wunsch aus, dass sich für handgemachte Musik ein eigenes, wertgeschätztes Segment etabliert – vergleichbar mit einem „Bio-Siegel“, das menschliche Kreativität klar kennzeichnet und von KI-generierter Inhalte abgrenzt.

In der anschließenden Fragerunde und nachfolgenden Gesprächen konnte Laura unsere Stiftung vorstellen und gute Kontakte knüpfen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit allen Interessierten aus der Branche!